Anruf: 112 - was dann?

Leitstelle Esslingen. Foto: Sabine Ittner-Höß
Leitstelle Esslingen.

Besuch auf der Leitstelle von 14 JRKlern.

Die Rufnummer 112 gilt in ganz Europa. Du kannst ohne Vorwahl anrufen, dann wirst du immer mit der nächste Leitstelle verbunden.

Etwa 900 bis 1000 Mal klingelt das Telefon am Tag. Die meisten Anrufe betreffen den Rettungsdienst.

Wenn es sich um ein Feuer handelt, rufen oft mehrere Personen für ein und denselben Einsatz an. Zum Beispiel brannte vor kurzer Zeit ein Gartenhaus, da waren es dann ca. 40 Anrufe für ein und das gleiche Feuer. Es kann ja keiner sehen, dass schon das Feuer gemeldet wurde.

Alarmiert werden von dort aus: Notarzt, Rettungsdienst, Hubschrauber (wenn notwendig), Krankentransport, DLRG, Bergwacht, Wasserrettung und Feuerwehr. Auch die Helfer vor Ort erhalten von hier aus ihren Einsatz.

Damit die Bildschirme (es sind fünf an jedem Arbeitsplatz), besser zu erkennen sind, ist der Raum abgedunkelt (wäre mir zu duster). Dafür ist es sehr ruhig im Raum mit den sechs Plätzen.

Alle Telefone sind direkt mit dem Funk verbunden, dann haben die Disponenten gleich direkten Kontakt mit den Einsatzkräften. Die Funkfrequenz ist gesichert, damit nicht jeder mithören kann.

Was geschieht beim Anruf?

Die Telefonnummer wird angezeigt (außer das anrufende Telefon ist schon etwas älter, und kann das noch nicht).

Der Disponent meldet sich, fragt nach wie er helfen kann. Wichtig: bleibe ruhig! Das Gespräch wird immer vom Leitstellenmitarbeiter beendet.

Der Anruf wird gespeichert, alles wird dokumentiert.

Jetzt wird entschieden welches Rettungsmittel eingesetzt wird.

Bei der Einsatzkraft „piepst“ der Melder. Er kann darauf erkennen was los ist. Die Einsatzstelle wird mitgeteilt, auch der Einsatzgrund. Die meisten Fahrzeuge sind mit Navi ausgestattet, so kann es sofort losgehen. Keiner braucht mehr auf einer Karte nachschauen, wohin er fahren muss.

Die Besatzung im Auto meldet sich wieder über Funk, dabei drückt sie die Tasten am Funkgerät, und der Disponent weiß wie weit die Einsatzkräfte sind. Die Fahrzeuge sind mit GPS ausgestattet, so wird automatisch auf den Kartenbildschirmen angezeigt, wo welches Fahrzeug ist. Durch unterschiedliche Farbkennung sieht der Mitarbeiter ob die „Sanis“ frei sind, oder was sie gerade zu tun haben. Drückt der Mitarbeiter die Eins, dann ist die Besatzung wieder frei.

In die Räume der Leitstelle kann kein Mensch kommen, ohne dass er gesehen wird. Die Eingangstüre ist mit einer Kamera gesichert.

Zum Schluss konnten wir auf dem Balkon noch etwas frische Luft schnappen.

Auf dem Heimweg wurde es dann noch sehr laut: die Polizei und die Feuerwehr sind mit „Sondersignal“ an uns vorbeigefahren.

Es war eine tolle Stunde, Vielen Dank dafür.

 

Noch 3 weitere wichtige Rufnummern:

116 117 Ärztlicher Notdienst nachts und am Wochenende, wenn keine Lebensgefahr besteht.

19 222 Krankentransport

0761 – 19240 Giftnotrufzentrale Baden-Württemberg

Text & Fotos Sabine Ittner-Höß

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